06 | 12 | 2022

Was haben uns Heilige heute noch zu sagen?

Was haben uns Heilige heute noch zu sagen?

Petra Gläser, Vorsitzende des Pfarrgemeinderates:

Im nächsten Jahr, genau am 5. Februar 2015, feiern wir den 1000. Todestag unserer Stadtpatronin, der heiligen Adelheid von Vilich. Tausend Jahre Verehrung, das ist wirklich eine lange Zeitspanne. Man hätte ja Adelheid auch vergessen können. Aber an irgendetwas muss es liegen, dass die Menschen noch heute die Erinnerung an sie wachhalten.

 

Auch der Pfarrgemeinderat für unseren Seelsorgebereich wollte das nächste Jahr unter einen besonderen Themenschwerpunkt stellen und gab dem Jahr den Titel:  „1000 Jahre Adelheid – die frau. die heilige.“ Mit einem breitgefächerten Programm versuchen wir uns dieser ungewöhnlichen Frau, von der wir außer der Lebensbeschreibung in der Vita und ein paar Reliquien keine Spuren mehr haben, zu nähern, um – wo möglich – auch das Lebensgefühl dieser Zeit zu erspüren.

 

Was war das Besondere an ihr und machte sie „heilig“? Sicherlich ihr Ringen um den richtigen Weg in ihrem Glaubensleben, zunächst als Äbtissin eines Stifts, das dann später durch die Annahme der strengeren benediktinischen Regeln zum Kloster wurde. Sie übernahm Verantwortung für die ihr anvertrauten Menschen, sorgte für ihre Lebensgrundlage – so in Zeiten der Dürre – und rettete sie wundersam durch die Entdeckung der Quelle vor dem Hungertod. Sie sorgte in einem Hospiz für die Notleidenden. Ihre Schülerinnen forderte und förderte sie, unterrichtete sie in allen Künsten und Wissenschaften; gerecht und klug führte sie die ihr anvertrauten Klöster in Vilich und Köln. Auf ihren Rat hörte der Erzbischof von Köln, der heilige Heribert. Dies alles sind Eigenschaften, die auch heute noch gelten und wünschenswert sind.

 

Die Festwoche um den 5. Februar wird mit einem Pontifikalamt, zu dem unser neuer Erzbischof, Rainer Kardinal Woelki eingeladen ist, besonderen Gottesdiensten, Veranstaltungen, Vorträgen, musikalischen Darbietungen, Filmen und Ausstellungen den Auftakt zu diesem Festjahr bilden. Ein weiterer Höhepunkt wird der Adelheidismarkt auf Burg Lede am Sonntag, 31. Mai, sein. Viele Beueler Gruppierungen, Vereine, Schulen und Kindergärten werden ihrer Kreativität freien Lauf lassen, ein großes Fest feiern und mit Aufführungen und Ständen mittelalterliches Lebensgefühl verbreiten.

 

Ihre Vorstellung von Adelheid interpretiert die Kerpener Bildhauerin Elisabeth Perger durch das Schaffen einer Skulptur aus Anröchter Grünstein, die am 20. August anlässlich des Sommerfestes im Adelheidis-Stift auf der Kirchwiese vor St. Peter enthüllt wird. Im September wird Adelheid dann in Pützchen in besonderer Weise gedacht mit der Adelheidisoktav und einer Illuminierung des Brünnchens.

 

Das Festjahr schließt im Januar 2016 mit dem 50. Jahrestag und der Bestätigung der Heiligsprechung von Adelheid. Marianne Pitzen vom Frauenmuseum in Bonn wird ihre Interpretation der heiligen Adelheid als Skulptur in Papiertechnik in St. Peter ausstellen.

 

Wir freuen uns auf viele schöne Begegnungen, um mit Ihnen unsere heilige Adelheid zu entdecken.

 

Erschienen im Pfarrbrief für den "Seelsorgebereich an Rhein und Sieg", Advent 2014