Weißt du, wie viel Sternlein stehen (EG 511)

Günter Besseler
Günter Besseler
EG 407, Weißt du, wie viel Sternlein stehen, Text Wilhelm Hey 1837, Melodie: Volksweise (1818), Orgel: Günther Besseler, Geistliches Forum Hardthöhe an der Content-Orgel.
16. Apr 2020
Friedemann Schmidt-Eggert
Apollinariskirche
Apollinariskirche

EG 511 Weißt du, wie viel Sternlein stehen 

"Simultan-Organist" Günther Besseler an der Content-Orgel der ökumenischen Kapelle des Geistlichen Forums auf der Hardthöhe im Bundesverteidigungsministerums.  

Es ist auffällig, wie viele Abendlieder von evangelischen Pfarrer gedichtet wurden. Das hat einen einfach Grund, denn die Gattung „Abendlied" entstand in der Reformationszeit.   

In den Abendliedern wird die Angst vor der Nacht und die Erinnerung an den zurückliegenden Tag thematisiert. Diese Lieder sind meist in der Form einer Andacht gestaltet. Alle Bilder darin sind metaphorisch, also im übertragenen Sinn gemeint. „Die Nacht“, die „Finsternis“ als Synonyme für den Tod, „der Tag“, „die Sonne“ als Bilder für das Leben. In diesen Zusammenhang gehören das Lied „Nun ruhen alle Wälder“ von Paul Gerhardt aus dem Jahr 1647, „Der Mond ist aufgegangen“ von Matthias Claudius“ von 1779, „Stern auf den ich schaue“ von Adolf Krummacher aus dem Jahr 1857 und auch unser heutiges Lied „Weißt du wieviel Sternlein stehen“. 

Der Text des deutschsprachiges Volksliedes stammt von dem evangelischen Pfarrer und Dichter Wilhelm Hey (1789–1854), der ihn 1837 erstmals veröffentlichte. Bei der Melodie handelt es sich um eine Volksweise, deren heutige Fassung seit 1818 belegt ist. 

Bei näherer Betrachtung des Textes fällt allerdings auf, dass erst in der dritten Strophe vom Schlaf die Rede ist. Tatsächlich handelt das Lied von der Sorgfalt und Achtsamkeit, die Gott seiner Schöpfung entgegenbringt. 

Beliebt ist es auch als Wiegenlied, die Melodie findet sich sehr häufig in Spieluhren für Kleinkinder.  

FSE

1 Weißt du, wie viel Sternlein stehen 
an dem blauen Himmelszelt? 
Weißt du, wie viel Wolken gehen 
weithin über alle Welt? 
Gott der Herr hat sie gezählet, 
dass ihm auch nicht eines fehlet 
|: an der ganzen großen Zahl. :| 

2 Weißt du, wie viel Mücklein spielen 
in der heißen Sonnenglut, 
wie viel Fischlein auch sich kühlen 
in der hellen Wasserflut? 
Gott der Herr rief sie mit Namen, 
dass sie all ins Leben kamen, 
|: dass sie nun so fröhlich sind. :| 

3 Weißt du, wie viel Kinder frühe 
stehn aus ihren Bettlein auf, 
dass sie ohne Sorg und Mühe 
fröhlich sind im Tageslauf? 
Gott im Himmel hat an allen 
seine Lust, sein Wohlgefallen, 
|: kennt auch dich und hat dich lieb.  

*Friedemann Schmidt-Eggert ist Vater zweier mittlerweile erwachsener Kinder. Als sie noch klein waren, hat er sie oft mit Abendliedern in den Schlaf gespielt.