Jeden Mittwoch Fortsetzung der Orgellied-Reihe:„Mein Lied für dich" für diese Woche aus Israel: „Er ist erstanden, Halleluja!"

Kantor Marc Jaquet
Kantor Marc Jaquet
„Mein Lied für Dich“: "Er ist erstanden, Halleluja!" Marc Jaquet an der Peter-Orgel der Lutherkirche. Noch ist Osterzeit. Aber brauchen wir nicht jeden Tag wieder eine Auferstehung? "Manchmal stehen wir auf", beginnt ein Gedicht von Marie Luise Kaschnitz. Drei nachdenkliche Gedichte zur Auferstehung. Oder doch lieber EG 116, einem Lied aus Tansania?
21. Mai 2020
Friedemann Schmidt-Eggert

Manchmal stehen wir auf,
stehen wir zur Auferstehung auf,
mitten am Tage
mit unserem lebendigem Haar,
mit unserer atmenden Haut.
Nur das Gewohnte ist um uns.
Keine Fata Morgana von Palmen.

Mit weidenden Löwen
und sanften Wölfen.
Die Weckuhren hören nicht auf zu ticken. Ihre Leuchtzeiger löschen nicht aus.
Und dennoch leicht
und dennoch unverwundbar,
geordnet in geheimnisvolle Ordnung, vorweggenommen in ein Haus aus Licht. 

Marie Luise Kaschnitz

Und Dorothee Sölle schrieb:

Sie fragen mich nach der auferstehung
sicher sicher gehört hab ich davon
dass ein mensch dem tod nicht mehr entgegenrast
dass der tod hinter einem sein kann
weil vor einem die liebe ist
dass die angst hinter einem sein kann die angst verlassen zu bleiben weil man selber - gehört hab ich davon
so ganz wird dass nichts da ist
das fortgehen könnte für immer
ach fragt nicht nach der auferstehung
ein Märchen aus uralten zeiten
das kommt dir schnell aus dem sinn
ich höre denen zu
die mich austrocknen und klein machen
ich richte mich ein
auf die langsame gewöhnung ans todsein
in der geheizten wohnung
den großen stein vor der tür
Ach frag du mich nach der auferstehung
ach hör nicht auf mich zu fragen

Dorothee Sölle

Und Kurt Marit schrieb dazu:

Das könnte manchen herren so passen
wenn mit dem tode alles beglichen
die herrschaft der herren
die knechtschaft der knechte
bestätigt wäre für immer
das könnte manchen herren so passen wenn sie in ewigkeit
herren blieben im teuren privatgrab
und ihre knechte
knechte in billigen reihengräbern
aber es kommt eine auferstehung
die anders ganz anders wird als wir dachten es kommt ein auferstehung die ist
der aufstand gottes gegen die herren
und gegen den herrn aller herren: den Tod.

Kurt Marti

Es spielt für Sie heute in der Reihe „Mein Lied für Dich", Musik zum Abend aus Kirchen in Bonn und der Region: Marc Jaquet aus der Lutherkirche in Bonn.

EG 116 „Er ist erstanden, Halleluja“, Text: Ulrich S. Leipold 1969 nach eine Suaheli-Lied,  Melodie: Tansania ; Orgel und Satz: Marc Jaquet

1. Er ist erstanden, Halleluja!
Freut euch und singet, Halleluja!
Denn unser Heiland hat triumphiert,
all' seine Feind' gefangen er führt.

Refrain:
Lasst uns lobsingen vor unserem Gott,
der uns erlöst hat vom ewigen Tod.
Sünd' ist vergeben, Halleluja!
Jesus bringt Leben. Halleluja!

2. Er war begraben drei Tage lang.
Ihm sei auf ewig Lob, Preis und Dank;
denn die Gewalt des Tod's ist zerstört;
selig ist, wer zu Jesus gehört.
- Refrain -

3. Der Engel sagte: "Fürchtet euch nicht!
Ihr suchet Jesus, hier ist er nicht.
Sehet, das Grab ist leer, wo er lag:
er ist erstanden, wie er gesagt."
- Refrain -

4. Geht und verkündigt, dass Jesus lebt,
darüber freu' sich alles, was lebt.
Was Gott geboten, ist nun vollbracht:
Christ hat das Leben wiedergebracht."
- Refrain -

5. Er ist erstanden, hat uns befreit;
dafür sei Dank und Lob allezeit.
Uns kann nicht schaden Sünd' oder Tod,
Christus versöhnt uns mit unserm Gott.
-Refrain -