Jesu geh voran (EG 391)

Johannes Pflueger
Johannes Pflueger
Text: Nikolaus Graf von Zinsendorf (1721), Melodie: Adam Drese 1698, Satz: Johannes Pflüger.
30. Mär 2020
Friedemann Schmidt-Eggert

Orgel: Kreiskantor Johannes Pflüger an der Peter-Lenter Orgel der Friedenskirche in Bonn. 

Wußten Sie, dass der gute Hirte bei seiner Herde meistens als letzter geht? Er führt von hinten. Von hier hat er den besten Überblick. Er wacht darüber, dass seine Herde in Ruhe grasen kann. Und zwar so, dass die Herde es fast nicht merkt, dass er da ist. Nur wenn Gefahr droht, geht der Hirte vorneweg und führt die Tiere an. 

So verstehe ich dieses Lied und ganz oft meinen Glauben. Wenn es mir gut geht, spüre ich Gott nicht. Dann habe ich das Gefühl, ich komme gut alleine klar. Dass da einer über mir wacht, merke ich kaum. Wenn aber Gefahr droht, dann brauche ich jemanden, der mir eine Richtung gibt. Und wenn es schwierig wird, jemanden, der mir zeigt, wo es lang geht. Und wenn es ganz eng wird, brauche ich jemanden, der vorne weggeht und sich nicht scheut, selbst in Gefahr zu bringen, um mich zu retten. 

 

1 Jesu geh voran
auf der Lebensbahn!
Und wir wollen nicht verweilen,
dir getreulich nachzueilen; 
führ uns an der Hand
bis ins Vaterland. 

2 Soll´s uns hart ergehn,
lass uns feste stehn
und auch in den schwersten Tagen
niemals über Lasten klagen; 
denn durch Trübsal hier
geht der Weg zur dir. 

4 Ordne unsern Gang, 
Jesu lebenslang. 
Führst du uns auch rauhe Wege,
gib uns auch die nöt`ge Pflege;
tun uns nach dem Lauf
deine Türe auf. 

*Friedemann Schmidt-Eggert ist Vater zweier mittlerweile erwachsener Kinder. Als sie noch klein waren, hat er sie oft mit Abendliedern in den Schlaf gespielt.