Abendlieder:EG 432 Gott gab uns Atem

Schlosskirchenhimmel
Schlosskirchenhimmel
EG 432 Gott gab uns Atem, Text: Eckart Bücken 1982, Melodie: Fritz Baltruweit 1982, Orgel: Miguel Prestia an der Klais-Orgel der Schlosskirche in Bonn
29. Apr 2020
Friedemann Schmidt-Eggert
Miguel Prestia
Miguel Prestia

Gott gab uns Atem - und jetzt haben wir genau damit ein Problem. In dem Lied von Eckart Bücken heißt es: „ Gott gab uns Atem, damit wir leben.“ Und weiter: „Er gab uns Augen, dass wir uns sehn.“ In der Verbindung aber, scheint es gerade schwierig zu sein.   

Miguel Prestia spielt an der Klais-Orgel der Schlosskirche in Bonn uns dieses bekannte und beliebte Lied.   

In der Schöpfungsgeschichte erhält der Mensch („Adam“ ist der „Erdling“) den ersten Atemzug von Gott persönlich durch die Nase eingehaucht. Leben und Atem hängen unmittelbar zusammen. Wer lebt atmet. Und wer nicht mehr atmet ist über kurz oder lang tot.   

Doch genau dieser „göttliche Odem“, der Atem ist die Hauptquelle für die Infektionen. Unsere öffentlichen Gottesdienste fanden deswegen bisher nicht mehr in der Kirche, sondern im Netz statt. Demnächst wird es Lockerungen geben. Aber die Vorgaben sind rigoros: Atemschutzmasken, nicht Singen, keine Posaunenchöre. Nur die Orgel darf weiterhin „Wind“ machen, denn sie ist nicht ansteckend.   

Atemlos durch die Nacht und durch die Tage und ohne Gott? Halten wir mal kurz die Luft an. Gottes Botschaft war immer schon ansteckend. Sie verhilft uns zum Leben. Auch Jesus kannte Wüstenzeiten. Rückzug und Einkehr sind wichtige Formen des Glaubenslebens. Dazu zwingt uns diese Pandemie (und natürlich noch zu vielem mehr). Lasst uns diese Zeit nutzen und dann werden wir bald wieder gemeinsam singen: „ Gott will mit uns die Erde verwandeln. Wir können neu ins Leben gehn.“ 

FSE

1 Gott gab uns Atem, damit wir leben. Er gab uns Augen, dass wir uns sehn. Gott hat uns diese Erde gegeben, dass wir auf ihr die Zeit bestehn. Gott hat uns diese Erde gegeben, dass wir auf ihr die Zeit bestehn. 

2 Gott gab uns Ohren, damit wir hören. Er gab uns Worte, dass wir verstehn. Gott will nicht diese Erde zerstören. Er schuf sie gut, er schuf sie schön. Gott will nicht diese Erde zerstören. Er schuf sie gut, er schuf sie schön. 

3 Gott gab uns Hände, damit wir handeln. Er gab uns Füße, dass wir fest stehn. Gott will mit uns die Erde verwandeln. Wir können neu ins Leben gehn. Gott will mit uns die Erde verwandeln. Wir können neu ins Leben gehn. 

*Friedemann Schmidt-Eggert ist Vater zweier mittlerweile erwachsener Kinder. Als sie noch klein waren, hat er sie oft mit Abendliedern in den Schlaf gespielt.