Du meine Seele singe (EG 302)

Drachenfels
Drachenfels
Eg 302 Du meine Seele singe, Text: Paul Gerhardt (1653); Melodie: Johann Georg Ebeling (1666) Orgel Kreiskantor Johannes Pflüger an der Peter-Lenter Orgel der Friedenskirche in Bonn.
8. Apr 2020
Friedemann Schmidt-Eggert
Johannes Pflueger
Johannes Pflueger

Singen tut gut! Besonders in Gemeinschaft. Nur leider geht das gerade nicht. Aber auch für sich allein gesungene Lieder helfen z.B. Arbeitsschritte zu organisieren und den Kopf frei zu bekommen. Singen sortiert unser Denken, denn musizieren nimmt große Teile des Gehirns in Anspruch, so dass z.B. die Gedanken, die sich im Kreis drehen, unterbrochen werden. 

Früher nannte man die Melodien auch „Weisen“. Vielleicht kennen Sie den alten Begriff noch. Da klingen zwei weitere Bedeutungen mit an: „Art und Weise“ und „klug“. Lieder sind demnach eine Art des „klugen Handelns“. Das ist mittlerweile auch nachgewiesen. Wunderbar nachzulesen in dem Buch Prof. Stefan Kölsch, „Good Vibrations - Die Heilende Kraft der Musik“. 

Singen Sie doch dieses Lied einfach mit. Möglichst laut! Für drei Strophen wird es ihr Nachbar verschmerzen. Vielleicht wird er sich auch fragen: „Was hat mein Nachbar denn da zu feiern? Was singt der denn da?“ Und so kommt auch er aus seinen Gedanken heraus.  

Singen ist eine gute Art, die Seele zu reinigen. In der 5. Strophe unseres Heutigen Liedes heißt es dazu: „…macht schöne rote Wangen/ oft bei geringem Mahl;/ und die da sind gefangen,/ die reißt er aus der Qual.“ 

Möge dieses Lied bei Ihnen (und ihrem Nachbarn) für einen kurzen Augenblick der Unterbrechung sorgen. 

FSE

Liedtext

1 Du meine Seele singe, 
wohl auf und singe schön 
dem, welchem alle Dinge 
zu Dienst und Willen stehn.   
Ich will den Herren droben 
hier preisen auf der Erd;   
ich will ihn herzlich loben,   
so lang ich leben werd.   

3 Hier sind die starken Kräfte,   
die unerschöpfte Macht;   
das weisen die Geschäfte,   
die seine Hand gemacht: 
der Himmel und Erde
mit ihrem ganzen Heer,   
der Fisch unzähl´ge Herde 
im wilden großen Meer.   

5 Er weiss viel tausend Weisen,   
zu retten aus dem Tod,   
ernährt und gibet Speisen 
zur Zeit der Hungersnot,   
macht schöne rote Wangen 
oft bei geringem Mahl;   
und die da sind gefangen,   
die reißt er aus der Qual.   

*Friedemann Schmidt-Eggert ist Vater zweier mittlerweile erwachsener Kinder. Als sie noch klein waren, hat er sie oft mit Abendliedern in den Schlaf gespielt.