Alltagsbeobachtungen

Ama Dablam Himalaya
Ama Dablam Himalaya
Ab heute wird Vieles anders, Lockerungen, Öffnungen, eine neue Normalität beginnt. Ich lese überhaupt von Vielem, das anders ist, weltweit! Aus der indischen Hauptstadt Delhi berichten Bewohner, dass sie zum ersten Mal in der Ferne das Himalaya-Gebirge sehen könnten! Die CO2-Emissionen werden in diesem Jahr so stark sinken wie nie zuvor! Leider wird auch gemeldet, dass dies den Klimawandel nicht stoppen wird. Schade!
11. Mai 2020
Martina Baur-Schäfer

Und wir brauchen uns nicht zu wundern, wenn wir von Wetterkapriolen überrascht werden: den Meteorologen fehlen 65% der Wetterdaten, die sonst von Flugzeugen gesammelt und übermittelt werden. Also: immer eine Regenjacke mitnehmen, Gewitter kommen jetzt häufiger ohne Vorwarnung!

Der März 2020 war der erste Monat seit 18 Jahren ohne Massaker mit Schusswaffen in den USA. Das ist für Amokläufer eine harte Zeit. Wenn es keine Menschenansammlungen gibt, fehlt ein Ziel. Wohin weicht man mit seinen Aggressionen in solchen Zeiten aus? Wartet man geduldig? Macht man Ballerspiele am Computer? Oder versickern die Aggressionen von allein, wenn es keine Gelegenheit gibt? Waffenkäufe jedenfalls sollen in den USA eher zugenommen haben seit Corona. Dagegen geht die Kriminalität weltweit zurück, Morde und Vergewaltigungen, Einbrüche, Überfälle - bei allem scheint die Gelegenheit zu fehlen, und wie man weiss, macht die Gelegenheit ja Diebe. Allerdings nimmt häusliche Gewalt zu, und auch Opfer von Menschenhandel haben mehr unter Gewalt zu leiden, weil sie keine Einnahmen mehr bringen. Kriminelle Netzwerke sind zwar auch von Ausgangssperren betroffen, aber Kriminelle passen sich schnell an und finden andere Wege und Methoden für ihre Geschäfte, heißt es.

Auch in weniger handgreiflichen Bereichen hat Corona unerwartete Auswirkungen: Beziehungen kriseln, in China steuerten Tausende von Männern und Frauen die Standesämter an, sobald die Ausgangssperre gelockert wurde, um die Scheidung einzureichen! Sie hatten während des Lockdowns ihre Partner hassen gelernt. Ein Ferienwohnungsanbieter in Japan hat daraus eine Geschäftsidee entwickelt: da ihm mangels Touristen die Mieter seiner Immobilien fehlen, bietet er sie als „Corona-Zuflucht“ Menschen an, die Abstand zur eigenen Familie brauchen oder ungestört arbeiten wollen. Sicherheitshalber bietet er auch gleich die Vermittlung von Scheidungsanwälten mit an…

Mal sehen, was wir in der neuen Normalität an Vertrautem wiederfinden und welche Veränderungen unseren Alltag prägen werden.

Martina Baur-Schäfer teilt ihre Beoachtungen und Erlebnisse in diesen ungewöhnlichen Zeiten. Sie ist Leiterin des evangelischen Kirchenpavillons in Bonn