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Newsletter 11 | Zum Wächter deiner Weiten | 24.05.20

Unser Kontemplationslehrer Winfried Semmler-Koddenbrock, Pastoralreferent und Krankenhausseelsorger, hat einen Newsletter angelegt, um uns während der Corona-Zeit menschlich und geistlich zu begleiten und zu unterstützen. Dafür bedanken wir uns sehr und wünschen Ihnen und uns allen Gelassenheit und einen offenen Blick!
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Newsletter 11 | Zum Wächter deiner Weiten | 24.05.20

 

Liebe Leserinnen und Leser des Newsletters,

 

"Mach mich zum Wächter deiner Weiten, mach mich zum Horchenden am Stein." Dieses Zitat des gleichnamigen Gedichts von Rainer Maria Rilkes habe ich für den Text des Titelbildes der Blogseite gewählt.

Der Vers schien mir passend für diese Seite, die dem Fragen und Suchen und der Verbundenheit aller gewidmet ist. Wir sind Wächter für das Leben in den Weiten von Gottes Welt. Zu gern schütteln wir diese Aufgabe und Verantwortung von uns ab, so wie Kain, der von Gott gefragt wird: „Wo ist Abel, dein Bruder?“ Und der antwortet: „Ich weiß es nicht. Bin ich der Hüter meines Bruders?“ (Gen 4,8f). Ja, wir sind die Hüterinnen und Hüter unserer Brüder und Schwestern. Nach Genesis 2,15 hat Gott uns die Welt, den Garten Eden gegeben, damit wir ihn bearbeiten und hüten. Wir sind ein Organismus als Menschheit und als kosmischer Leib, in die Solidarität gerufen, ohne die Leben schwer erträglich ist - außer für den privilegierten Teil der Weltbevölkerung.

Um diese Verantwortung leben zu können, hilft es, das Spüren und das „Horchen am Stein“ zu entwickeln, das Horchen überhaupt auf die Stimmen der anderen und der geschwisterlichen Schöpfung. Wir sind eingewebt in den Zusammenhang allen Lebens. Dessen gewahr zu werden, stärkt unsere Sensibilität für uns selbst, für die Menschen um uns herum und für die Weltgemeinschaft.

Hilde Domin formuliert es so in ihrem Gedicht „Es gibt dich“:

„Von einem Ruf gehalten
immer die gleiche Stimme
es scheint nur eine zu geben
mit der alle rufen“

Hören wir den Ruf des Lebens in der Vielfalt der Schöpfung? Einheit und Vielfalt sind das Muster allen Lebens. Wir sind so unterschiedlich, jedes Blatt ist einzigartig auf der Welt, und zugleich sind wir eins im Geheimnis und der Gegenwart Gottes. In jeder Begegnung berührt uns diese Stimme, sie erreicht uns ebenso über Zeitung und Nachrichten. Wie können wir Antwort geben aus hörender Existenz? Diese Frage passt gut zu dem Erfahrungsprozess in unserem „Kontemplationskurs digital und dezentral“, in dem einige seit Dienstag bis heute unterwegs sind.

 

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