Angebote in Ihrer Nähe

Veranstaltungssuche

Volltextsuche

Neue Heimat Solingen?!

Ralf Rogge spricht am Mittwoch, 27. November, im Solinger Vereinhaus Weeg über Flucht, Vertreibung und Integration nach 1945.

Nach dem Zweiten Weltkrieg mussten etwa hundert Millionen Menschen ihre Heimat verlassen. Mit über zwölf Millionen Menschen stellten die Flüchtlinge und Vertriebenen aus dem Osten die größte Gruppe dar. In Solingen fanden zehntausende Menschen gerade aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten und aus der DDR eine Zuflucht und neue Heimat. Sie kamen in eine von Trümmerbergen und Ruinen geprägte Stadt. Trotz erster Maßnahmen hausten 1949 knapp 12.000 Menschen in völlig unzureichendem Wohnbestand wie Kellerruinen, Bunkern oder Baracken.

Für viele führte die Migration zu sozialem Abstieg, so dass die Vertriebenen eine neue gesellschaftliche Unterschicht bildeten. Erst ab Mitte der 1960er Jahre schienen sie äußerlich integriert. Sicherlich war die Integration nicht zuletzt die Leistung der Vertriebenen selbst. Trotzdem hinterließ dieser Prozess schwerwiegende soziale und mentale Folgeschäden, zumindest bei der Elterngeneration.

Konfliktfrei war das Ankommen in der neuen Heimat somit keineswegs. Toleranz für kulturelle Vielfalt oder Offenheit für Anderssein war nicht selbstverständlich. Den Vertriebenen wurde das sehr deutlich gemacht, und zumindest die Jüngeren richteten sich notgedrungen danach. Doch selbst bei vollständiger Assimilation erlebten Vertriebene im Alltag noch häufig Diskriminierung und Isolation. 

 

Am Mittwoch, 27. November, erzählt Ralf Rogge über regionale und historische Facetten von Flucht, Vertreibung und Integration, auch vor dem Hintergrund aktueller Migrationsbewegungen. 

 

Termin: Mittwoch, 27. November, 18.30-20 Uhr, gebührenfrei

Ort: Vereinshaus Weeg, Neuenhofer Straße 127a, 42657 Solingen

 

Ralf Rogge, geboren 1958 in Solingen, ist Diplom-Archivar, Historiker (M.A.) und seit 2003 Leiter des Stadtarchivs Solingen.

In Kooperation mit dem Katholikenrat Solingen und dem Pfarrgemeinderat Solingen-Süd

Zurück