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Wo gehen wir hin? Wo kommen wir her?

Der Literaturkreis im Laurentiushaus begibt sich auf Spurensuche nach Herkunft und Zukunft in (wieder) aktueller Prosa von Handke, Böll und Linke. Auftakt ist am 16. September mit Saša Stanišić' Roman "Herkunft".

Referent/in: Dr. Ursula Pietsch-Lindt
Zeitraum: Mi., 16.09.2020 - Mi., 02.12.2020
4 x | 16:00 - 18:15 Uhr | 12 Unterrichtsstunden
Ort: Kath. Bildungswerk, Laurentiusstraße 4 - 12, 51465 Bergisch Gladbach
Gebühr: 30,00 €

Kursnummer: 7600153 - Information und Online-Anmeldung, per E-Mail oder telefonisch unter 02202 93639-60.

 

 

 

1. Termin: Mi, 16.09. 2020, 16.00 - Saša Stanišić, Herkunft. 2019. (Luchterhand Verlag) Deutscher Buchpreis 2019
Der Autor wurde 1978 im ehemaligen Jugoslawien (Bosnien) geboren und lebt seit 1992 in Deutschland. Bei der Preisverleihung des Deutschen Buchpreises an ihn entfachte seine Dankesrede erneut den Streit um die politische Einschätzung des Bosnienkrieges und dessen literarische Verarbeitung von Peter Handke. In den Hintergrund rückten dadurch die Dynamik der familiären Prozesse, des Weggehens und Ankommens. Beide Aspekte werden in diesem Literaturkreis zur Sprache kommen.

2. Termin: Mi, 07.10.2020, 16.00 - Peter Handke, Die Wiederholung. 1986 (Suhrkamp Verlag, Taschenbuchausgabe)
Auch in diesem (vergleichsweise frühen) Text geht es um eine "Kindheitslandschaft" im ehemaligen Jugoslawien aus der Erwachsenenperspektive. Entdeckt wird sie von dem nunmehr jenseits der slowenischen Grenze lebenden Protagonisten, der seinen verschollenen Bruder sucht. Die ihn einholenden Erinnerungen sind für ihn kein Sich-Wieder-Holen sondern ein Neuanfang. Zielsetzung ist es, die beiden Autoren - Kontrahenten in eigener Sache - in ihren unterschiedlichen Schreibweisen wieder oder neu zu entdecken.

3. Termin: Mi, 04.11.2020, 16.00 - Heinrich Böll, Billard um halb zehn. 1959 (KiWi Taschenbuchausgabe)
Herkunft lässt sich auch als eine Kategorie der Entstehung fassen. Sie passt auf jene (fiktive) Abtei im Roman, um deren Aufbau zu Beginn des 20. Jh., Zerstörung am Ende des 2.Weltkriegs und möglichen Wiederaufbau in den 50er Jahren es geht. Eingebettet ist das Geschehen um das symbolträchtige Gebäude in die Geschichte von Vaters, Sohn und Enkel, den Vertretern dreier Generationen einer rheinischen Architektenfamilie. Die vergangenen Zeitläufte werden von den Familienmitgliedern und deren Anhang zwar unterschiedlich erlebt - gemeinsam ist ihnen allerdings das Verschweigen und
Ausweichen. Erzählerisch komprimiert in einen einzigen Tag, dem Geburtstag des Architekten-Großvaters, münden die aufgebrochenen Konflikte in der zukunftsorientierten Frage nach der Möglichkeit, autonom denken und handeln zu können.

4. Termin: Mi, 02.12.2020, 16.00 - Maria Linke, Himmel und Erde. München 2019 (Piper-Verlag)
Eine Herkunft aus dem Braunkohletagebau am Niederrhein. Wie ist es, heute, nach fast 70 Jahren in das Dorf der Kindheit zurückzukommen, das vom Abbruch durch die Bagger bedroht ist? Und wie ist diese radikale Veränderung der Herkunftslandschaft zu verarbeiten, wenn nicht kriegerische Auseinandersetzungen den Boden unterminieren sondern die technisch-wirtschaftlichen Entwicklungsprozesse der Gesellschaft?

 

 

 

 

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