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Künstliche Intelligenz (KI) – eine Herausforderung an unser Zusammenleben und Menschenbild?!

Datum:
10.03.2022
Ökumenisches Gespräch Königsdorf 2022

Das ökumenische Gespräch 2022 lädt ein zu einem kritischen Diskurs über die Entwicklungen Künstlicher Intelligenz und ihrer Bedeutung für unser Zusammenleben. 

Digitale Innovationen und insbesondere die sich immer weiter entwickelnde sogenannte „Künstliche Intelligenz“ (KI) werden unsere künftige Lebens- und Arbeitswelt prägen.  Der Erwerb digitaler Kompetenzen unter Beachtung von ethischen Grenzen wird ein zentraler Faktor für eine nachhaltige Nutzbarmachung von Potenzialen zukunftsweisender Technologien wie der KI sein. 

Von Menschen geschaffen, können die Systeme künstlicher Existenz in vielerlei Hinsicht mehr als wir Menschen. Ihre Algorithmen bestimmen in einer hochvernetzten digitalen Welt zunehmend unsere Lebenswirklichkeit, sie verändern unser Selbst- und Weltverständnis. Die Veranstaltungsreihe will die Entwicklung aus technischer, politischer, theologischer und ethisch-rechtlicher Perspektive beleuchten.

 

12.04.2022 Was ist und kann künstliche Intelligenz? Eine „technische" Hinführung 

Unter dem Schlagwort „Künstliche Intelligenz“ verbergen sich unterschiedliche Technologien, die aber alle miteinander eint, dass sie zu enormen Leistungen fähig sind. Mit den modernen Hochleistungsrechnern, mit der Technik des „neuronalen Programmierens“, mit neuen Software Architekturen sind sehr wirkmächtige Instrumente entstanden, die an unterschiedlichen Orten der Gesellschaft Anwendung finden, sei es bei Suchmaschinen, allen Arten der Mustererkennung, Sprachübersetzung, beim autonomen Fahren. Der Vortrag führt in die Grundlinien dieser neuen Technologien ein.

Stephan Noller, Gründer/CEO Ubirch, Köln; Calliope gGmbH, Köln; Mit-Entwickler des digitalen Covid-Impfzertifikates

 

10.05.2022: Gesellschaftliche Implikationen Künstlicher Intelligenz - Herausforderungen und Chancen für das soziale Miteinander

Bereits heute spielt Künstliche Intelligenz in vielfältiger Weise eine Rolle im Alltag. Sei es im Beruf, bei der Information und Kommunikation über soziale Medien oder andere digitale Kanäle, bei der Partner:innensuche, in der Medizin oder beim Einkaufen im Internet. In all diesen und weiteren Bereichen nimmt die Bedeutung algorithmisch unterstützter Prozesse und Entscheidungen zu. Die gesellschaftlichen Implikationen dieser Bedeutungszunahme nimmt der Vortrag in den Blick und informiert über Herausforderungen und Chancen für das soziale Miteinander.

Dr. Katharina Gerl, Institute Internet and Democracy, Düsseldorf 

 

14.06.2022: Selbstüberschreitung des Menschen oder Götzendienst. Eine theologische Perspektive

Von Menschen geschaffen, können die Systeme künstlicher Existenz in vielerlei Hinsicht mehr als wir Menschen von Natur aus. Sie verfügen über übermenschliche Kräfte und gewinnen mehr und mehr Macht über den Menschen. Nehmen sie in unserer technischen Welt den Rang von Göttern ein? Und können Menschen mit ihrer Hilfe geradezu göttliche Qualitäten gewinnen? Überschreitet sich der Mensch zum Gottmenschen (Homo deus)? Oder besteht die Gefahr, dass wir Götzen anbeten und darüber unsere Menschlichkeit verlieren?

Prof. Dr. Johannes von Lüpke, von 1995–2017 Professor für Systematische Theologie an der Kirchlichen Hochschule in Wuppertal

 

09.08.2022: Die ethischen Grenzen und rechtlichen Konsequenzen der KI 

Sophia war auf dem Cover der Illustrierten Elle. Sie ist Vertreterin bei den Vereinten Nationen und Studiogast in diversen Talkshows. Man könnte sagen: Sophia ist eine Person des öffentlichen Lebens. Außerdem ist Sophia ein Roboter. Sophia wird einem kaum zufällig auf der Straße begegnen, wohl aber ihre entfernten Verwandten: Selbstfahrende Autos, Sprachassistent:innen und Tradingalgorythmen werden in unserer Gesellschaft zunehmend selbstverständlich, übernehmen Funktion und Aufgaben von Menschen und treten mit ihnen in Interaktion. Spätestens wenn diese Interaktionen scheitern, stellt sich uns die Frage nach der Verantwortung der beteiligten Personen. Aber kann man bei einem Roboter überhaupt von einer Person sprechen? Der Vortrag geht dieser Frage nach und schlägt verschiedene Lösungen für den moralischen und juristischen Bereich vor.

Lukas Brand ist katholischer Theologe und KI-Forscher. Als Mitarbeiter am Lehrstuhl für Religionsphilosophie & Wissenschaftstheorie an der Ruhr-Universität Bochum forscht und lehrt er zu Fragen der digitalen Anthropologie und Ethik der KI, zur Virtualität und zu künstlichen Personen. In diversen Vorträgen und Artikeln macht er seine Forschung einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich. In seinem Buch „Künstliche Tugend“ behandelt Brand die Frage, ob Maschinen moralisches Verhalten lernen können.

 

Ort und Zeit: Jeweils dienstags, 19.30 Uhr im Ev. Gemeindezentrum Königsdorf, Pfeilstraße 40, 50226 Frechen

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Kostenbeitrag für die Teilnahme vor Ort: 5,- €

Digital Teilnehmende können sich HIER in die Veranstaltung einklicken.

 

 

Eine Kooperation der Evangelischen Christusgemeinde Brauweiler-Königsdorf, der katholischen Pfarrei St. Sebastianus, Frechen-Königsdorf, dem Kath. Bildungsforum Rhein-Erft, der Evangelischen Akademie im Rheinland und der Evangelischen Melanchthon Akademie Köln.