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Sphären der Macht

Sphären der Macht

Schachfiguren 2
Datum:
29. Dezember 2022

Was ist Macht? Wie wird sie erworben, wie inszeniert und legitimiert sie sich, schließlich: welche Grenzen sind ihr gesetzt? Die neuzeitlichen Machtdiskurse tendieren dazu, Macht zu entzaubern, sie zu entsakralisieren, was nicht schon gleichbedeutend ist mit ihrer demokratischen Legitimation und Kontrolle. Macht wird nicht nur in Wirtschaft und Politik ausgeübt, sie spielt im Geschlechterverhältnis und im limitierten Zugang zu Bildung und Kultur eine bedeutende Rolle. Auch die Frage, in welchem Verhältnis Macht in den religiösen Institutionen einerseits zu den fundierenden biblischen Traditionen, andererseits zu einem neuzeitlichen Machtverständnis steht, ist von unabweisbarer Aktualität. 

Schachfiguren

Die Vorträge dieser Reihe möchten, angefangenen vom biblischen Machtverständnis bis hin zu jüngeren Machtdiskursen und aktuellen Entwicklungen die „Sphären der Macht“ analysieren – nicht zuletzt im Interesse der „Kunst, nicht derart regiert zu werden“, wie Michel Foucault den Begriff der Kritik bestimmte. Haben auch die religiösen Traditionen etwas zu dieser Kunst beizutragen oder überhöhen sie lediglich unerhellte Herrschaft?

 

 

 

SÜSS. Eine feministische Kritik

Suess

Mo 23.01.2023 │ 19.30 Uhr
Ann-Kristin Tlusty (M.A.), Berlin

Online-Veranstaltung; die Anmeldung erfolgt über den externen Zoom-Registrierungslink.

Plötzlich sind alle Feminist*innen. Bloß kann von echter Gleichberechtigung keine Rede sein. Warum wirken überholte Strukturen fort? Wie lassen sie sich abwracken? Ann-Kristin Tlusty betrachtet die inneren und äußeren Zwänge, die das Leben von Frauen auch heute prägen: Noch immer wird ihnen abverlangt, „sanft“ die Sorgen und Bedürfnisse der Gesellschaft aufzufangen. Jederzeit sollen sie dabei auf „süße“ Weise sexuell verfügbar erscheinen, gern auch unter feministischem Vorzeichen. Und bei alldem angenehm „zart“ niemals zu viel Mündigkeit beanspruchen. 

Der Relativismus unverschämter Dogmen und die Autorität des gläubigen Widerspruchs

Do 16.03.2023 │ 19.30 Uhr
Prof. Dr. Hans-Joachim Sander

Online-Veranstaltung; die Anmeldung erfolgt über den externen Zoom-Registrierungslink.

Die katholische Kirche erlebt eine Zeitenwende, die alle ihre Machtansagen betrifft und dabei vor allem die päpstliche Unfehlbarkeit, das Verbot von Verhütungsmitteln und „widernatürlicher“ Homosexualität, den Ausschluss der Frauen vom Priesteramt und die Vertuschung des sexuellen Missbrauchs relativiert. Sie werden allesamt nicht nur nicht respektiert, sondern haben öffentlich jede Glaubwürdigkeit verloren. Das gilt mittlerweile ohne Unterschied für die übergroße Mehrheit säkularer Menschen und gläubiger Katholik*innen gleichermaßen; sogar Bischöfe gehören dazu. Zugleich werden diese Ansprüche von vatikanischen Zentralstellen weiter ziemlich schamlos als unverrückbare Lehrtraditionen verteidigt, weil sie angeblich nichts mit den systemischen Gründen des spirituellen und sexuellen Missbrauchs zu tun haben. Wie wird diese Auseinandersetzung ausgehen? Setzt sich die binnenkirchliche Macht weiter in der Kirche durch, während der gläubige Dissens weiter außerkirchlich an Autorität zulegt? Oder gibt es eine Wechselwirkung von außen und innen, die schamloses Durchsetzen aushebelt und im Glauben Brandmauern gegen unverschämte Beanspruchung aufbaut? An dem Abend geht es darum, ob und warum das keine Utopien und Illusionen sind.

Die Macht der Rhetorik | Benito Mussolinis wirkungsvolle Propaganda

Mi 26.04.2023 │ 19.30 Uhr
Dr. Frank Schuhmacher, Tübingen

Online-Veranstaltung; die Anmeldung erfolgt über den externen Zoom-Registrierungslink.

Eloquenz gilt seit jeher als Schlüssel zu den Herzen des Publikums. Das wusste auch der frühere Sozialist und spätere Diktator Italiens: Benito Mussolini. Durch seine spezifische Rhetorik, die etablierte Inhalte in neue Formen goss und dies mit dem Nimbus von Wirksamkeit umhüllte, kreierte er Konsens innerhalb Italiens. Bereits aus der antiken Rhetorik ist dieses Vorgehen bekannt und oft genutzt: Ziel ist es, die eigenen rhetorischen Fähigkeiten als „natürlich“ auszugeben, die Gegner aber als „rhetorisch“ auszuweisen. Mussolini inszenierte sich so als erfolgreichen „Macher“ und nicht als „Redner“. Dieser Mythos ist in Italien bis heute aktuell.