15 | 12 | 2018

1000. Todestag der Heiligen Adelheid

Festjahr zum Jubiläum der Bonner Stadtpatronin
Pfarrer Michael Dörr, Petra Gläser und Stadtdechant Msgr. Wilfried Schumacher stellen das Programm zum Adelheidjahr vor.
Pfarrer Michael Dörr, Petra Gläser und Stadtdechant Msgr. Wilfried Schumacher stellen das Programm zum Adelheidjahr vor.

 

BONN. Sie war klug, beharrlich, mildtätig und brachte eines der größten Volksfeste unseres Landes hervor: Die Heilige Adelheid von Vilich. 2015 jährt sich der Todestag der Bonner Stadtpatronin zum 1000. Mal Und dies wird mit einem reichhaltigen Adelheidjahr gefeiert, welches am Freitag, 30. Januar 2015, um 18.00 Uhr mit einem feierlichen Gottesdienst in Vilich und dem Geläut aller Glocken der Katholischen Kirchen in Bonn eröffnet wird.

 

Um die Jahrhundertwende vom zehnten zum elften Jahrhundert wirkte Adelheid als Äbtissin im rechtsrheinischen Vilich und in Köln. Der Legende nach soll sie während einer Dürrezeit eine Quelle aufgestoßen und somit eine Hungersnot abgewendet haben. Doch vor allem schätzten die Menschen schon zu Lebzeiten Adelheids tätige Nächstenliebe, ihren klugen Rat und ihre Hilfe. „Gerade in diesen Tagen können wir erfassen, was ihr eifriger und ernsthafter Einsatz für Arme, Kranke und Bedürftige bedeutet“, schreibt Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki in seinem Grußwort. Gemeinsam mit vielen Priestern aus Bonn feiert er am Gedenktag der Heiligen und 1000. Todestag ein feierliches Pontifikalamt in der ehemaligen Stiftskirche St. Peter in Vilich. Dabei wird der Bonner Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch eine Bittkerze des Stadtrats entzünden und am Grab der Stadtpatronin aufstellen. Bereits am Morgen findet unter dem Leitwort „Heilige Adelheid – Eine Freundin Gottes und der Menschen“ die Wallfahrt der katholischen Kindertagesstätten statt.

 

„Wir stellen nicht nur unser Gemeinwesen unter den Schutz unserer Stadtpatronin, sondern sind auch der Meinung, dass sie uns auch heute noch etwas zu sagen hat“, sagt Stadtdechant Msgr. Wilfried Schumacher, der gemeinsam mit Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch die Schirmherrschaft über das Festjahr übernommen hat. Vorbildhaft seien die Hinwendung zu den Armen und das Bemühen um die Bildung des Volkes. So ergänze Adelheid als Frau das Glaubenszeugnis der beiden Märtyrer und älteren Stadtpatrone Cassius und Florentius durch das Zeugnis tätiger Nächstenliebe.

 

Auch für Pfarrer Michael Dörr aus Vilich ist nach 1000 Jahren die Bedeutung und Strahlkraft der Heiligen ungebrochen. „Der unerschütterliche und selbstlose Einsatz für hilfsbedürftige Menschen waren damals wie heute wichtig und notwendig“, so Dörr. Dass sich im Laufe der Zeit auch viele Heiligenlegenden entwickelten, unterstreiche nur, dass das Lebensbeispiel Adelheids den Menschen wichtig und heilig sei. Mit dem Programm des Festjahres wolle man versuchen, sie neu für die heutige Zeit zu entdecken.

 

„Adelheid – Werden, Wirken, Wunder“ lautet der Titel einer dreiteiligen Ausstellung, die am 31. Januar 2015 um 17.00 Uhr in St. Peter eröffnet wird. Die Ausstellungsmacherinnen Anke Oedekoven (Kunsthistorikerin) und Dr. Hedwig Nosbers (Kulturwissenschaftlerin) wollen durch vielfältige Informationen und interaktiven Stationen die Zeit Adelheids „erlebbar“ machen und Einblicke in ihr Leben geben. Weiterhin gibt es eine Ausstellung wertvoller Paramente, gefertigt aus den barocken Kleidern der Stiftsdamen, Vorträge und ein Filmgespräch über die Frage „Was bedeutet es, heute heilig zu sein“ mit Dr. Thomas Kroll und Dr. Werner Kleine.

 

Die heutige Pfarrkirche St. Peter war ehemals die Stiftskirche des Klosters, welches Adelheid neben dem Stift St. Maria im Kapitol in Köln leitete. Das Quellwunder soll sich im heutigen Stadtteil Pützchen zugetragen haben, wo heute noch Adelheidis-Brunnen sprudelt und alljährlich eine Wallfahrtsoktav stattfindet. Bereits im Mittelalter gab es Märkte am Brünnchen, woraus sich im Laufe der Zeit eine große Kirmes entwickelte, woran Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch in seinem Grußwort erinnert. „Wir verdanken der Heiligen Adelheid ein intensives religiöses Erbe und nicht zuletzt auch den beliebtesten Jahrmarkt im Rheinland, Pützchens Markt“, so der Oberbürgermeister, der gemeinsam mit dem Stadtdechanten zum Mitfeiern einlädt.

 

Das Adelheidjahr wird veranstaltet vom Pfarrgemeinderat im Seelsorgebereich „An Rhein und Sieg“, der Kirchengemeinde St. Peter, Vilich, dem Katholischen Bildungswerk Bonn und dem Katholischen Stadtdekanat Bonn. Das Programm gibt es in den Bonner Kirchen und im Internet unter www.adelheidjahr.de .

 

 

Zurück